Spezifikationen

Technische Vorgaben

Die funktionalen und technischen Anforderungen an die Telematikinfrastruktur und ihre Bausteine werden durch die gematik in Konzept- und Spezifikationsdokumenten festgelegt. Diese definieren zudem die betrieblichen Anforderungen für Betreiber und Anbieter von Dienstleistungen in der TI. Die Regelungen gewährleisten Sicherheit, Offenheit und Stabilität der Plattform für die Anwendungen zur elektronischen Gesundheitskarte.

Produkttypen werden von der gematik zur Teilnahme an der Telematikinfrastruktur zugelassen, wenn sie funktionsfähig, interoperabel und sicher sind. Zulassungen können für Produkttypversionen beantragt werden, wenn sie im Verzeichnis zulassungsfähiger Produkttypen dafür freigegeben wurden.

Die vollständige Umsetzung der normativen Vorgaben der gematik ist Voraussetzung für die Zulassung von Komponenten und Diensten für die Telematikinfrastruktur und deren Betrieb.

Die Komponenten und Dienste der Telematikinfrastruktur werden als Produkttypen bezeichnet.

Ein Produkttyp beschreibt eine Gruppe gleichartiger Produkte, die von verschiedenen Unternehmen hergestellt bzw. bereitgestellt werden. Die Produkte einer Produkttypversion decken den gleichen Funktionsbereich auf der Basis normativer Vorgaben ab und unterscheiden sich lediglich in ihrer (hersteller- bzw. anbieterspezifischen) Ausprägung.

In der Telematikinfrastruktur werden Produkttypen

  • konzeptionell beschrieben und versioniert,
  • für die Infrastruktur konkret realisiert und
  • in der Regel als eine Einheit (d. h. von einem Hersteller/Anbieter verantwortet) umgesetzt.

Jede Realisierung, die in diesem Rahmen bleibt, ist eine mögliche Realisierung des Produkttyps. Das Architekturkonzept der gematik [gemKPT_Arch_TIP] legt fest, aus welchen Produkttypen die Telematikinfrastruktur besteht, die Spezifikationen definieren darauf basierend die Eigenschaften der Produkttypen.

Anforderungen an die Produkttypen sind in den jeweiligen Produkttypsteckbriefen festgelegt. Dies betrifft z. B. auch die zu unterstützenden Versionen der eGK (Interoperabilität).

Die Produkttypsteckbriefe fassen sämtliche Anforderungen an die Funktionalität, Sicherheit und Interoperabilität eines Produkttyps sowie Anforderungen zur Gewährleistung des sicheren Betriebs aus dem Gesamtbestand der übergreifenden und produkttypbezogenen Spezifikationen der gematik referenzierend zusammen und ordnen sie den für den Nachweis der Erfüllung angewendeten Prüfverfahren zu.

Der Zusammenhang zwischen Zulassungsverfahren, Dokumentenlandkarte, Produkttypsteckbrief und Spezifikationsdokumenten wird in der nachfolgenden Grafik verdeutlicht:

Versionierung

Die gematik versioniert ihre Festlegungen in einem mehrstufigen Verfahren.

  • Release mit Releasenummer
    Ein Release umfasst die Gesamtmenge aller zu einem Zeitpunkt interoperablen und kompatiblen Produkttypen. Die ersten beiden Stellen der Releasenummer identifizieren eindeutig einen funktionalen Leistungsumfang, die erste Stelle kennzeichnet dabei die Stufe 1 des Online-Rollout. Ein Wechsel der dritten Stelle dient zur Kennzeichnung von Fehlerkorrekturen in einzelnen, jeweils gekennzeichneten Dokumenten. Jede Änderung einer darin enthaltenen Produkttypversion führt zu einer neuen Releasenummer.
  • Produkttyp mit Produkttypversionsnummer
    Die Produkttypversionsnummer (PTV) identifiziert eindeutig einen definierten Stand der Anforderungen, die ein Hersteller oder Anbieter eines Produktes zum Erhalt einer Zulassung, Zertifizierung oder Bestätigung gemäß Zulassungsverfahren der gematik umsetzen muss. Jede Änderung des Anforderungshaushaltes führt zu einer neuen Produkttypversion.
  • Dokumentenversion
    Jede Dokumentenversion kennzeichnet eindeutig einen redaktionellen Stand des Dokumentes. Die Dokumentenversion ist abhängig von der Bezeichnung des Dokumentes.