VSDM 1.0 & VSDM 2.0
Ab Mitte 2026: Start der gestaffelten Pilotierung von VSDM 2.0
Die Einführung von VSDM2 und der damit verbundenen TI 2.0 erfolgt in einem gestuften Verfahren. Wir starten zum 30.06.2026 mit einer Pilotierung bei zunächst einer großen Krankenkassen und mindestens einem Primärsystem und erweitern die Anzahl der teilnehmenden Kassen und Primärsysteme schrittweise, bis alle Kassen VSDM2 anbieten. Erst auf dieser Basis wird der bundesweite Rollout mit der Umstellung von VSDM1 auf VSDM2 erfolgen. So stellen wir sicher, dass neue Technologien wie PoPP (Proof of Patient Presence) und Zero Trust unter größtmöglicher Kontrolle, mit hoher Stabilität und ohne negative Auswirkungen auf den Versorgungsalltag für Versicherte und Leistungserbringer eingeführt werden.
VSDM – Das Versichertenstammdaten-Management
Das Versichertenstammdaten-Management ermöglicht die Onlineprüfung und Onlineaktualisierung von Versichertenstammdaten auf der elektronischen Gesundheitskarte. Es handelt sich hierbei um eine gesetzliche Pflichtanwendung, die bestätigt, dass ein Versicherter im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung Leistungen beanspruchen darf.
Zu den Versichertenstammdaten gehören:
- persönliche Daten des Versicherten (Name, Geburtsdatum, Adresse, Geschlecht),
- Informationen zur Krankenversicherung sowie
- Angaben zum Versicherungsschutz und zur Kostenerstattung.
Dank dem VSDM entfällt das Versenden neuer eGKs, wenn sich die Versichertenstammdaten ändern. Verantwortlich für die Bereitstellung, Aktualisierung und Pflege ist die jeweilige Krankenversicherung mit Ausgabe einer eGK an ihre Versicherten.
Das Versichertenstammdaten-Management ist die erste verfügbare Fachanwendung der Telematikinfrastruktur. Die Prüfung der Versichertenstammdaten ist bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt je Quartal verpflichtend. Das VSDM ist derzeit nur für gesetzlich Krankenversicherte in vollem Umfang möglich.
Vergleich VSDM 1.0 & VSDM 2.0
Der Parallelbetrieb von VSDM1 und VSDM2 startet Ende Juni 2026. Ein wesentlicher praktischer Mehrwert ist die Unterstützung mobiler Szenarien: Der VSD-Abruf kann nicht nur stationär und kartenabhängig stattfinden, sondern wird durch die Gesundheits-ID auch ohne eGK möglich. Das öffnet zusätzliche Anwendungsszenarien (z. B. mobile Aufnahme-/Behandlungssituationen), weil der Zugriff nicht mehr an die physische Karte gekoppelt ist.
VSDM 1.0
- Versichertenstammdaten sind auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert
- Konnektor gleicht Daten über die TI mit dem Versichertenstammdatendienst der Krankenkasse ab. Nach erfolgreicher Prüfung werden Daten in das Primärsystem des Leistungserbringers übernommen
- Übertragung erfolgt nur mit Zustimmung des Versicherten und durch berechtigte Akteure (z. B. durch Übergabe der eGK an den Leistungserbringer)
VSDM 2.0
- Daten werden direkt von den Kassen und deren Fachdiensten abgerufen, nicht mehr von den eGK gelesen
- VSDM 2.0 wird die erste Anwendung der TI 2.0 mit ZeroTrust Architektur
- Unterstützung von mobilen Szenarien
- Nutzung mit Gesundheits-ID
Umstellung ja – aber wann?
Ob Leistungserbringer so schnell wie möglich umstellen sollten, ist vor allem eine Frage des „Wann“: Die Umstellung ist gesetzlich gefordert und nicht verhandelbar. Gleichzeitig ist das Vorgehen als Parallelbetrieb geplant, damit der Übergang kontrolliert erfolgen kann. VSDM 1.0 läuft parallel zu VSDM 2.0 weiter, bis VSDM 2.0 vollständig ausgerollt ist. Danach könnte VSDM 1.0 perspektivisch abgeschaltet werden.
Dem bundesweiten Rollout von VSDM 2.0 wird eine gestaffelte Pilotierung in Modellregionen vorausgehen. Die Pilotierung soll beginnend mit einer großen Krankenkasse zum 30.06.2026 starten und nachfolgend auf alle weiteren Krankenkassen erweitert werden.
Daraus folgt: Zeitlich ist es kurzfristig nicht kritisch im Sinne von „sofort umstellen oder es funktioniert nicht mehr“, weil der Parallelbetrieb genau diese Übergangsphase absichern soll. Strategisch sollten Leistungserbringer aber frühzeitig planen, weil die Umstellung verbindlich ist und weil neue Einsatzszenarien (Gesundheits-ID, mobil) erst mit VSDM 2.0 sinnvoll nutzbar werden.
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